„Ideen sind da und Ideen sind gut. Und wenn man jemanden gefunden hat, mit dem man die Ideen durchstarten kann, muss man das einfach machen.“

Chaiya Nenbangkaeo aus Bochum

@yp.ruhr, #generationgrenzenlos

Chaiya (27) aus Castrop-Rauxel

Eine gute Zukunft für alle Menschen ermöglichen, das treibt Chaiya an. Seine Biographie hat ihn gelehrt, nicht alles für selbstverständlich zu nehmen. Umso wichtiger ist es ihm, Chancen zu ergreifen und etwas zu bewirken – für eine nachhaltige Zukunft für uns alle.

Ideen verfolgen, Möglichkeiten ergreifen, durchstarten: Mit dieser Einstellung geht Chaiya Nenbangkaeo an das Leben, aber auch gesellschaftliche Herausforderungen heran. Er ist Gründungsmitglied des Social Startups „youngperspective.ruhr e.V.“ einer Denkfabrik „aus’m Pott“, von jungen Menschen für das Ruhrgebiet. Hier dreht sich alles um die Themen Klimawandel, Gesellschaft und Wirtschaft. Chaiya möchte dabei junge Menschen ermutigen, sich stärker an lokalen, politischen Prozessen zu beteiligen und sie motivieren, eine nachhaltige Zukunft mitzugestalten. Seine Biografie und Lebenserfahrungen treiben ihn dabei besonders an, Chancen wahrzunehmen, Ideen umzusetzen und selbst etwas zu bewegen.

„Der Gedanke, dass vieles selbstverständlich ist, sollte so nicht mehr in allen Köpfen herrschen“.

Chaiya wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einem thailändischen Dorf auf. Er und sein Bruder lebten größtenteils bei ihren Großeltern, da ihre alleinerziehende Mutter viel arbeiten musste. Er ist 12 Jahre alt, als er seine Heimat verlässt und nach Deutschland zieht. Seine Mutter fand in Castrop-Rauxel einen Job und lernte dort ihrem jetzigen Mann kennen. Sie war bereits zwei Jahre in Deutschland, bis sie ihre beiden Söhne zu sich nachholen konnte. Er teilt das Schicksal vieler Kinder mit Migrationsgeschichte und war zunächst auf der Hauptschule, schaffte es aber als aufgeweckter und interessierter Schüler mit viel Ehrgeiz bis zum Abitur.

Bereits früh keimt in Chaiya der Wunsch, sich für die Gesellschaft einzusetzen und die Welt zu verändern. Durch die Finanzkrise 2008, setzt er sich intensiv mit globalen Wirtschaftsthemen auseinander und erkennt: Wenn er die Welt verändern möchte, muss er das System in all seiner Komplexität zunächst verstehen. Er entschließt sich VWL und BWL studieren und schreibt sich an der Uni Bochum ein.

Junge Ideen und Visionen für das Ruhrgebiet – aus’m Pott für den Pott

Dort lernt er seine Kommilitonen und späteren Mitgründer von youngperspectives.ruhr, kurz „yp.ruhr“, kennen. Eine neue Generation von Visionären steht dabei im Zentrum des Social Start-ups, das 2017 noch eine lose Idee von sieben Kommilitonen des Masterstudiengangs " Economic Policy Consulting“ an der Uni Bochum war. 

Heute bietet die Denkfabrik „youngperspectives.ruhr“ Consulting für Kommunen, Institutionen und Projekte in den Themen Nachhaltig, Wirtschaft und Gesellschaft an. Ihre Strategie: Impulse aus der Wissenschaft und Forschung in die Praxis bringen. Ziel ist mit einem jungen Blick und theoretisch fundiert, nachhaltige und effiziente Strategien für Kommunen zu entwickeln und diese zukunftsfähig zu machen. Chaiya und seine Mitgründer sind überzeugt, dass sich die Herausforderungen des Struktur- und Klimawandels nur gemeinsam lösen lassen, um eine nachhaltige und gerechte Zukunft für uns alle zu sichern. 

Dabei sind ihre jungen Perspektiven essenziell. Chaiyas Ziel ist es, mehr junge Menschen an gesellschaftlichen Themen und politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. yp.ruhr hat unterschiedliche Formate entwickelt, um der jungen Generation eine Plattform für politischen Diskurs zu bieten und die eigene Heimat Ruhrgebiet aktiv mitzugestalten. Mit Formaten wie „Think and Drink“ oder „Politics Fights“ sollen unterschiedlichste Ideen und Blickwinkel einen Raum für ein nachhaltiges Ruhrgebiet bekommen – so divers wie der Pott selbst.

Blick in die Zukunft

Die Erfahrung, in Deutschland ein gänzlich anderes Leben mit neuen Möglichkeiten zu führen, lehrte Chaiya seinen Mut zusammenzunehmen, sich für Dinge einzusetzen gemäß seines Mottos „Wenn man eine gute Idee hat, einfach mal machen und ausprobieren“.

Chaiya setzt sich mit seinem Social Startup für die Beteiligung junger Menschen an politischen Gestaltungsprozessen in der Kommunalpolitik im Ruhgebiet ein. Indem er jungen Menschen aus dem „Pott“ eine Stimme verleiht und sie einlädt, ihre Kommunen aktiv mitzugestalten, leistet er einen wertvollen Beitrag für die zukunftsfähige und nachhaltige Gestaltung des Ruhrgebiets. Seine Vision ist, dass youngperspectives.ruhr dabei das Sprachrohr der young generation wird und die Ideen und Visionen einen gesellschaftlichen Impact haben.

Zu verstehen, dass alle Menschen etwas zur Gestaltung unserer Gesellschaft beizutragen haben, macht Chaiya grenzenlos.

Kurzinterview

Chaiya, was treibt dich an bei deinem Engagement?

Das Wissen, dass wir durch unsere Tätigkeiten unsere Vision Stück für Stück realisieren können.

Was machst du dabei genau?

Ich gehe raus und versuche kommunale Entscheidungsträger von unserer Vision zu überzeugen, auf Verbesserungen aufmerksam zu machen und sie mit ins Boot zu holen – immer mit dem Gedanken aus der Idee Taten folgen zu lassen. Konkret realisieren wir das durch Projekte, in der wir sehr eng mit unserem Auftraggeber zusammenarbeiten.

Was kannst du jungen Menschen mitgeben?

Nichts ist selbstverständlich, vor allem die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in der wir leben. Seid dankbar für die Generation vor uns, die das für uns ermöglicht hat. Versucht diese Rahmenbedingungen bestmöglich zu erhalten und sie für die Zukunft zu verbessern. Nicht nur für dich, vor allem für diejenigen, die nach uns in diese Gesellschaft leben.

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