„Trotz meiner Krankheit diese hohe Wand zu bezwingen, ist jedes Mal ein riesiges Glücksgefühl!“

Dominik Palme aus Germering

#generationgrenzenlos

Dominik Palme (20) aus Germering

Self-Empowerment und Teilhabe durch Sport: Dominik engagiert sich für gelebte Inklusion

Wie gut Sport und Inklusion zusammenpassen beweist das Leben und Engagement von Dominik Palme. Dominik kam mit der Muskel- und Gelenkkrankheit AMC zur Welt. Dadurch kann sein Körper nur sehr schwer Muskeln aufbauen. Aber durch den Sport überwindet Dominik die Grenzen, die ihm seine Krankheit auferlegt hat. Seit seiner frühen Jugend spielt er Fußball und ist mittlerweile ausgebildeter Trainer für Inklusionsmannschaften. Zudem klettert Dominik leidenschaftlich gern bei „IWDR - Ich will da rauf“ - einem inklusiven Kletterverein und engagiert sich dort in der Öffentlichkeitsarbeit u.a. für das Projekt „Seilschaft Inklusion“.

Dominiks Ziel ist es, Barrieren abzubauen und deutschlandweit mehr Vereine dazu zu ermutigen inklusive Sportgruppen zu gründen. Damit setzt er sich dafür ein, dass mehr Menschen mit Behinderung die Möglichkeit bekommen, Sport zu treiben und fördert durch sein Engagement das Ziel einer inklusiven Gesellschaft.

Dominik lässt sich weder von seiner eigenen Krankheit noch von seinem Umfeld Grenzen diktieren

Für Dominiks Familie war seine Krankheit stets Ansporn, dafür zu kämpfen, dass er seine Ziele verwirklichen kann. Diese Einstellung trägt Dominik durch sein Leben und so überwindet er stetig Grenzen, die ihm seine Krankheit vermeintlich diktiert. Auf dem Gymnasium hatte Dominik mit Mobbing und zu kämpfen, vor allem beim Schulsport. Er wurde zum Außenseiter und versuchte seine Krankheit zu verstecken. Bis er schließlich in die Inklusionsmannschaft eines Fußballvereins eintrat und mit dem Klettern bei „IWDR“ begann. Durch den Sport außerhalb der Schule gewann er sein Selbstvertrauen wieder, denn hier wurde er so akzeptiert, wie er ist.

„Als ich zum ersten Mal eine hohe Wand bezwungen habe, das war ein Riesenglückgefühl.“ Das Klettern ist für Dominik ein wichtiger Pfeiler für sein Self-Empowerment. Hier hat er gelernt, Verantwortung für andere zu übernehmen, sich selbst und anderen zu vertrauen und die Grenzen seines Körpers immer wieder aufs Neue zu überschreiten.

Vorbild für andere

Als Dominik das Angebot bekam, eine Ausbildung zum Fußballtrainer für Inklusionsmannschaften zu absolvieren, verstand er zum ersten Mal, dass er Vorbild für andere sein kann. Mit dem neugewonnenen Selbstvertrauen ging er nun auch in der Schule offener mit seiner Krankheit um. Er erzählte seinen Mitschülerinnen von AMC und beantwortete ihre Fragen dazu. Die Berührungsängste verschwanden und das Mobbing wurde weniger.

Jungen Menschen, denen es ähnlich geht, wie ihm damals, motiviert Dominik als Inklusionstrainer dazu, ihre eigenen Grenzen zu testen und sich nicht von Krankheit oder den Vorurteilen des Umfelds entmutigen zu lassen. Er möchte, dass mehr junge Menschen, die positiven Erfahrungen des Sports, wie Gemeinschaft, Vertrauen und Self-Empowerment erfahren können. Er hilft, die Grenze zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu überschreiten, indem er sich für eine aktive und gleichberechtigte Teilhabe von jungen Menschen mit Behinderung stark macht. Deshalb ist Dominik Teil der 30 unter 30 der Generation Grenzenlos.

Kurzinterview

Was inspiriert dich? Hast du Vorbilder?

Meine größte Inspiration ist es zu sehen, wie Menschen sich weiterentwickeln. Wenn du jemanden auf seinem Weg begleitest und erkennst, welchen Weg er genommen hat. Viele Jugendliche, die ich kennen lerne, trauen sich zu Beginn wenig zu. Oder wissen nicht so genau, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Sie haben Angst, ihre Komfortzone zu verlassen. Oft stehen sie sich selbst im Weg. Und dieses fehlende Selbstwertgefühl hindert sie daran, das Leben so zu leben, wie sie es eigentlich könnten. Im Laufe der Zeit sehen sie dann aber, wie viel sie beim Sport erreichen können. Und, dass die anfangs unendlich hohe Wand bezwingbar ist. Das nehmen sie dann mit in ihren Alltag. Da wachsen dann aus kleinen schüchternen Menschen Erwachsene heran, die ihr Leben richtig anpacken. Und sich von nichts mehr aus der Ruhe bringen zu lassen. Und dass der Grund dafür einfach ist, dass du ihnen einmal die Woche eine Stunde Sport ermöglichst und ihnen Wertschätzung entgegenbringst. Das ist für mich unglaublich inspirierend.

Vorbild finde ich persönlich immer ein schweres Wort, weil man sich meiner Meinung nach für jeden Bereich des Lebens gewissermaßen eine „Vorbildsperson“ zusammenschustert, die die besten Eigenschaften von vielen Menschen in sich vereint. Aber wenn ich mich festlegen muss jemanden zu wählen, der mich dazu bringt das Beste aus mir zu machen, dann ist das zu 1000% mein Vater. Er hat in seinem Leben so unglaublich viele Dinge gestemmt. Wenn ich jemals nur halbwegs so werde wie er es ist, dann hab’ ich in meinem Leben alles erreicht.

Wie sieht deine tägliche Arbeit aus?

Nachdem ich seit knapp zwei Jahren mein duales Studium absolviere ist der Großteil meiner Zeit schon verplant. Dafür pendle ich relativ oft zwischen Friedrichshafen (wo ich studiere) und München (wo ich arbeite). Die Zeit im Zug, oder Auto kann ich dann für die Entwicklung von neuen Ideen nutzen, dort fällt es mir auch am einfachsten. Ansonsten nutze ich meine freie Zeit, um aus den Ideen Übungen für das Fußballtraining zu formen. Oder ich bereite mich auf Vorträge, Drehs, … für den IWDR vor, um den Verein bekannter zu machen.

Was möchtest du jungen Menschen mitgeben?

Wir leben aktuell zwar in einer immer komplexer werdenden Welt, die immer mehr Menschen überfordert. Gleichzeitig haben wir als jüngste Generation auch größere Möglichkeiten als jemals zuvor. Dabei dürfen wir aber das Miteinander nicht vergessen. Nur wenn wir endlich beginnen aufeinander zuzugehen, können wir die Probleme der Gesellschaft lösen. Keiner erwartet von einzelnen Menschen, dass sie Wunder vollbringen. Aber wenn jeder einen kleinen Teil dazu beiträgt, können wir das schaffen. Deswegen beginnt vielleicht damit, dass ihr offen auf alle Menschen zugeht und ihnen die Chance gebt, sie richtig kennen zu lernen. Hinter den meisten Menschen verbergen sich weit interessantere Geschichten, als ihr Äußeres vermuten lässt. Denn jeder Mensch ist wertvoll, genauso wie er ist!

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Webseite Inklusionsteam SV Aubing: https://www.ai-team.de/

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Im Arbeitsgebiet Demokratie stärken untersuchen wir die Grundlagen unseres Zusammenhalts, machen sie erlebbar, sorgen für ihre Weiterentwicklung und verteidigen sie gegen radikale Gegner. Um dieses Ziel zu erreichen, engagieren wir uns und fördern Institutionen oder Personen, die auf beispielhafte Weise unsere Demokratie stärken. Unsere Handlungsfelder hierfür sind Bildung, Integration und eine aktive Zivilgesellschaft. In diesem Rahmen setzt die Initiative #Generation Grenzenlos den Schwerpunkt auf die gesellschaftlichen Anliegen der jungen Generation.

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