„Umwelt- und Klimaschutz sind für mich keine Trends, sondern eine Lebenseinstellung.“

Noemi Krebs aus Geestland

@gleichgesinnt, #generationgrenzenlos

Noemi Krebs (23) aus Geestland bei Bremerhaven

Für Noemi sind Klima- und Umweltschutz mehr als Trends. Für sie sind sie eine Lebenseinstellung. Dass jeder Mensch einen Beitrag leisten kann, beweist sie mit ihrem Engagement.

Mit ihrer Umwelt in Einklang zu leben hat Noemi von Geburt an gelernt. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Miri, mit der sie auch den Instagramaccount @gleichgesinnt betreibt, ist sie inmitten von allen möglichen Tieren und Menschen aufgewachsen, die in ihrem Zuhause Zuflucht fanden. Dabei hat sie gelernt, dass jeder Mensch seine Umwelt aktiv beeinflusst und keine Aktion und keine Handlung zu klein ist, um einen Beitrag zu leisten. Ihr Aktivismus ist daher für alle offen, keine Person wird ausgeschlossen.

Aktivismus zum Mitmachen

Deshalb legt Noemi den Fokus ihres Engagements darauf, dass es für alle offen ist. Jede Person soll mitmachen können, ganz egal ob sie sich seit Jahren oder erst seit kurzem mit Klima- und Umweltschutz beschäftigt. Ein wichtiger Punkt dabei ist das Retten von Lebensmitteln mithilfe von „Foodsharing“. So organisiert Noemi Aktionen zur Verteilung von Lebensmitteln, die ansonsten im Müll landen würden. Darunter auch sogenannte „Schnibbel-Discos“, wo diese Lebensmittel gemeinsam öffentlich zubereitet werden. Dass Lebensmittel nicht verschwendet werden, ist für Noemi ein Ansatzpunkt im Alltag, um Welthunger zu bekämpfen. Denn die Lösung für diesen sei keine Frage der Menge, sondern der Umverteilung, erzählt sie. Und dabei zählt jeder Beitrag, sei er noch so klein.

Think global, act local

Diesen Ansatzpunkt, große Fragen der Nachhaltigkeit mit lokalen Lösungen und Arbeit an der lokalen Gemeinschaft zu verbinden, zeigt Noemi auch mit dem „Repair-Café“. Dort kommen Menschen aus der Umgebung zusammen und verbinden ihr Wissen, um sich gemeinsam bei der Reparatur verschiedener Geräte zu unterstützen. Zum einen ist das ein Einsatz gegen Verschwendung und für Nachhaltigkeit. Auf der anderen Seite werden dort auch soziale Probleme der Region verhandelt, indem eine kostengünstige bis kostenfreie Möglichkeit der Reparatur angeboten wird – besonders wichtig in strukturschwachen Regionen wie Bremerhaven.

Umweltschutz als Lebenseinstellung

Noemis Engagement umfasst noch viel mehr. Sie war Mitglied des Jugendklimarats Bremerhaven und hält mit den Projekten „Nachhaltigkeit rockt“ und „Nachhaltig, global, kochen“ von terre des hommes Vorträge und Workshops zu Klima- und Umweltschutz, Biodiversität, Arten- und Tierschutz sowie Nachhaltigkeit in allen ihren Facetten. Diese Bildungsarbeit führt sie nicht nur in Schulen, sondern auch mit „Foodsharing“ auf Festivals und mit den „Schnibbel-Discos“ zu verschiedenen Demonstrationen. Immer ist sie dabei mit dem Ziel unterwegs, Menschen für ihre Mitmachaktionen zu begeistern. Dass dort häufig erkannt wird, dass wir alle für die gleichen Ziele und eine gemeinsame lebenswerte Zukunft kämpfen, gibt Noemi viel Hoffnung. Denn sie ist überzeugt, dass wir die Klimakrise überwinden können, wenn wir jetzt beginnen zu handeln.

Kurzinterview

Welche Projekte verfolgst du derzeit?

Momentan organisiere ich einen Teil der Verpflegung für die Fahrradtour "ohne Kerosin nach Berlin", die im September stattfindet.  Ausgehend von der Kölner Domplatte werde ich zusammen mit 50 anderen Aktivist*innen zum Brandenburger Tor fahren.

Für mich geht es bald für das Master Studium in eine neue Stadt. Deshalb versuche ich grade die letzten Projekte in Bremerhaven abzuschließen, bevor wieder Neue auf mich warten. Besonders wichtig ist mir eine Verteilerstelle für die Lebensmittel, die wir vor dem Müll bewahren.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf den Klima- und Umweltschutz aus?

Durch den Lock-Down fahren weniger Autos auf den Straßen. Es fliegen kaum noch Flugzeuge und viele Produktionsstätten stehen still. Das führt unter anderem zu einer geringeren Lärmbelästigung und sinkenden Treibhausgasen. Dass die Corona-Krise einen deutlichen Einfluss auf unsere Umwelt hat, zeigt sich daran, dass der Earth Overshoot Day, also der Tag an dem wir so viele Ressourcen verbrauchen wie die Erde im gesamten Jahr erneuern kann, drei Wochen später als letztes Jahr stattfand. Auf der anderen Seite steigt der Verbrauch von Einweg Materialien, wodurch auch wieder mehr Plastikmüll erzeugt wird.

Für einen langfristigen Effekt gilt es bei der Klimapolitik anzusetzen, um eine dauerhafte Veränderung von Produktionsstrukturen, Mobilität und Konsumverhalten anzuregen. Insgesamt ist das kurzzeitige Aufatmen unserer Umwelt für mich kein Grund zur Freude, wenn gleichzeitig Menschen ihre Existenzen oder sogar ihr Leben verlieren.

Was möchtest du jungen Menschen mitgeben?

Bleibt dynamisch, hört niemals auf zu hinterfragen und lasst euch in keine Strukturen zwängen. Tretet für die Themen ein, die euch wichtig sind. Findet dafür zusammen und löst gemeinsam gesellschaftliche Grenzen auf.

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Über die Gemeinnützige Hertie-Stiftung.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn erforschen und Demokratie stärken.

Im Arbeitsgebiet Demokratie stärken untersuchen wir die Grundlagen unseres Zusammenhalts, machen sie erlebbar, sorgen für ihre Weiterentwicklung und verteidigen sie gegen radikale Gegner. Um dieses Ziel zu erreichen, engagieren wir uns und fördern Institutionen oder Personen, die auf beispielhafte Weise unsere Demokratie stärken. Unsere Handlungsfelder hierfür sind Bildung, Integration und eine aktive Zivilgesellschaft. In diesem Rahmen setzt die Initiative #Generation Grenzenlos den Schwerpunkt auf die gesellschaftlichen Anliegen der jungen Generation.

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