“Kann ein Christ Soldat sein? Für mich lautet die Antwort: Ja. Unter gewissen Bedingungen.”

Robert Rathke aus Göttingen

#generationgrenzenlos

Robert (27) aus Göttingen

Robert ist Student der evangelischen Theologie, Ehrenamtler und angehender Pastor aus Leidenschaft

Robert Rathke hat sein Leben der Hilfe und Seelsorge verschrieben. Als Student der Theologie und in seinen vielseitigen Ehrenamtsfunktionen setzt er sich für mehr Frieden ein und macht sich für ein auf Nächstenliebe basierendes Miteinander stark.

Robert fing bereits als Jugendlicher an, sich ehrenamtlich zu engagieren, unter anderem beim ASB (Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen), dem THW, dem Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V., als Schiedsrichter im American Football und als Jugendleiter in seiner evangelischen Kirchgemeinde. Er studiert, nach seinem Staatsexamen im Lehramt, Theologie und ist aktiv in der Hochschulpolitik, zuletzt auch als AStA-Vorsitzender der Universität Göttingen, wo er sich für ein sozialeres Leben an der Universität einsetzte.  Seine Reserveoffiziersausbildung bei der Bundeswehr sieht er nicht im Gegensatz zu seinem lebendigen Glauben, sondern kann dieses damit vereinen. Später möchte er auch beruflich als Militärseelsorger Grenzen überwinden. Sein vielseitiges Engagement macht ihn grenzenlos.

„Erst, wenn sich alle engagieren, ist das Leben wirklich lebenswert und die Gesellschaft um einiges besser.“ Aus Freude am Engagement wurde eine Lebensaufgabe

Robert hat gemerkt, dass Engagement für ihn mehr als ein persönliches Anliegen ist. Ihm geht es darum, gesellschaftlich etwas zu bewirken. Durch sein Engagement als Sanitäter beim ASB kam er zum THW, absolvierte dort die Grundausbildung und spezialisierte sich später auf Hochleistungs-Wasserpumpen (HCP). Während des Hochwassers im Jahr 2013 war er neben dem Abitur ständig im Einsatz. Als Mitglied der Auslandseinheit des THW HCP hilft er international bei Hochwasserlagen. Das Miteinander sowie Menschen in Not zu helfen und letztendlich für die Gesellschaft etwas Gutes zu tun, motivieren ihn sehr stark.

Seit seiner Jugend ist Robert Mitglied der evangelischen Kirche, doch sein Glaube und sein beruflicher Werdegang wurden mehrfach auf die Probe gestellt, so dass es zum längeren Bruch mit dem Glauben und der Kirche kam. Ein Besuch beim evangelischen Kirchentag in Stuttgart sowie eine Exkursion nach Palästina und Israel entfachten bei ihm jedoch den Wunsch, evangelische Theologie zu studieren. „Mittlerweile sehe ich die Bedeutung im Christ sein, damit dass ich auch meinen Teil für die Gesellschaft beitragen kann“, sagt er.

Als Christ beim Militär

Roberts Berufsziel ist die Militärseelsorge. Dies ist auch der Grund, weshalb er sich für die Ausbildung zum Reserveoffizier bei der Bundeswehr entschieden hat, die er derzeit parallel zum Studium absolviert. Er möchte den Beruf des Soldaten kennen lernen, um später in der Seelsorge die Ängste und Nöte der Frauen und Männer im Einsatz besser nachvollziehen zu können.

Robert musste sich innerlich mit der Frage auseinandersetzen, ob ein Christ Soldat sein kann. Für ihn liegt die Antwort darauf im Verfassungsauftrag der Bundeswehr als eine Verteidigungsarmee, die Menschen und deren Freiheit schützen soll. So sehen es auch der Kirchenvater Augustin, Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer. Er möchte sich für den Frieden in der Welt einsetzen, weshalb er auch lange Jahre im Völkerbund deutscher Kriegsgräberfürsorge in der Friedens- und Jugendbildung aktiv war. Hier konnte er durch interkulturelle Jugendarbeit nationale Grenzen und Grenzen in den Köpfen der Menschen überwinden.

Mit seinem vielfältigen Engagement überwindet Robert Grenzen

Auch persönlich hat Robert durch das Ehrenamt einige Grenzen überwunden, da er von Natur aus eher introvertiert war. Robert engagiert sich, weil es eine schöne Art ist, um neue Leute kennenzulernen, Erfahrungen zu sammeln, sich technisch weiterzubilden, aber vor allem auch um anderen Menschen zu helfen. „Ich möchte Menschen dazu anleiten, ihre eigenen Grenzen zu verschieben und ihnen zeigen, dass sie alles erreichen können, was sie wollen. Sie müssen es halt nur probieren.“

Kurzinterview

Was inspiriert dich? Hast du Vorbilder?

Früher war es der Spaß an der Sache und den Leuten. Mittlerweile trägt mich auch mein Glauben. Wenn ich z.B. an einem Sonntag im Gottesdienst predige und am Ende die Menschen sich mit einem strahlenden Gesicht bedanken für die Worte und sagen, dass sie das Gesagte auch auf ihr Leben beziehen können, dann weiß ich, dass ich das Richtige tue. Und so ist es auch in den anderen Ehrenämtern, dass mich die Freude der Menschen, welche ich dadurch erreichen kann, erquickt.

Mittlerweile sind für mich Vorbilder besonders Menschen, die ihren Glauben lebten und daraus resultierend sich für das Wohl anderer einsetzten. Wie z.B. als Einzel-Personen Maximilian Kolbe, Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King und Nelson Mandela. Aber auch Gruppen/ Bewegungen können als Vorbild fungieren wie der christliche Teil der 68-Bewegung oder die christlichen Gemeinden in der DDR.

Welche Rolle spielt der christliche Glaube für dein Engagement?

Ein sehr großer. Er gibt mir Kraft und Stärke. Er bereitet mir Freude anderen zu Helfen und wenn ich selber Zweifel habe, hilft er mir auf. Jesus Christus selbst hilft in den Evangelien den Menschen. Nicht den Reichen und Großen, sondern den Schwachen und Ausgestoßenen. Christ sein heißt für mich keinen Unterschied (in jeglicher Hinsicht) zwischen den Menschen zu machen, sondern jeden so zu akzeptieren, wie er ist. Und auch nicht nur Arbeit/ Politik für eine bestimmte Gruppe Menschen zu machen.

Ein weiteres Vorbild ist hier das Bild des „Reichs Gottes“ von welchem Jesus spricht. Dieses tritt ein, wenn wir in gemeinschaftlichen Frieden leben und sich jeder um den anderen kümmert.

Was möchtest du jungen Menschen mitgeben?

Zuerst, dass engagieren Spaß macht und man viele Kompetenzen dadurch erlernen sowie interessante Menschen kennen lernen kann.

Zum anderen, dass Christ sein nicht heißt jeden Sonntag in die Kirche zu pilgern, sondern seinen Glauben pragmatisch auszuleben, für und mit anderen. Spiritualität zu erleben. Und sich als Teil einer großen bunten Gemeinschaft zu erleben in Koexistenz mit anderen Menschen mit anderen Glaubensvorstellungen.

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