„Eine unglaubliche Chance für die Zukunft unserer Gesellschaft, sehe ich in der Begegnung junger Menschen in Europa.“

Skady Herkenrath aus Magdeburg

@ydaks, #generationgrenzenlos

Skady Herkenrath (21) aus Magdeburg

Für Skady war der europäische Jugendaustausch eine einschneidende Erfahrung. Jetzt setzt sie sich dafür ein, dass jeder Mensch diese Chance erhält – ungeachtet der Herkunft oder des sozialen Status.

Die Begeisterung ist hörbar, wenn Skady über Europa spricht. Ihr eigener europäischer Jugendaustausch führte sie mit 60 weiteren nach Brüssel. Dass sie sich dort mit anderen Jugendlichen austauschen konnte und in Entscheidungen einbezogen wurde, war für sie eine prägende Erfahrung. Hier merkte sie, dass ihre Stimme gehört wird, wenn sie sich einbringt. Und, welche ungeheuren Chancen Europa, gerade für junge Menschen, bietet.

Auslandsaufenthalte für alle!

Aus eigener Erfahrung weiß Skady, wie sehr Auslandsaufenthalte dazu beitragen können, Horizonte zu erweitern und Vorurteile zu überwinden. Die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten kann, so Skady, enorm viel für eine offene Gesellschaft und die Zukunft Europas leisten. Als Teil des Teams von „GoEurope!“, dem europäischen Jugend Kompetenz Zentrum Sachsen-Anhalts, setzt sie sich dafür ein, dass mehr junge Menschen diese Chance nutzen können. So fördert „GoEurope!“ etwa europäische Reisen und Austausche junger Menschen mit bis zu 150 Euro. Für Skady ist das aber noch nicht genug. Ihre Vision ist, dass jeder Mensch das Recht auf einen Auslandsaufenthalt haben soll, denn den eigenen Horizont zu erweitern, soll kein Privileg von einigen Wenigen sein. Auch so könne dem Gefühl des Abgehängt-Seins begegnet werden, welches viele in ländlichen Gegenden Sachsen-Anhalts verspüren.

Aus vollem Herzen Europäerin

Die Magdeburgerin brennt für die europäische Idee. Ein Leben ohne Europa sei für ihre Generation unvorstellbar. Das Gefühl, die gleichen Ziele und Ideale, wie andere Jugendliche aus ganz Europa zu haben, treibt Skady an. Den europäischen Gedanken hoch zu halten und zu verteidigen, das ist für Skady ein Gegenkonzept dazu. Ihr Organisations- und Kommunikationstalent kommt ihr in ihrer vielfältigen europäischen Jugendarbeit zugute. So organisiert sie europäische Austauschfahrten, betreut europäische Freiwillige, hält Workshops und Seminare an Schulen oder ist als Teamerin tätig.

Europa als Antwort

An Grenzen stößt Skady in ihrer Arbeit immer wieder. Als Frau und besonders als Ostdeutsche werde sie häufig nicht ernstgenommen, erzählt sie. In ihrer Region ein großes Problem, denn viel zu viele junge Menschen bleiben stumm oder verfallen den einfachen Lösungen des Populismus. Kein Wunder, denn viele Möglichkeiten böten diese Regionen nicht, sagt Skady. Besonders in heutigen Zeiten des erstarkenden Nationalismus sei es wichtig, dass eben diese jungen Stimmen neue zukunftsgerichtete Lösungen entwickeln, statt alte Parolen in neuem Gewand zu verbreiten. Die junge Generation müsse die Entscheidungen von heute schließlich morgen tragen, so Skady.

Kurzinterview

Was inspiriert dich? Hast du Vorbilder?

Am meisten inspirieren mich andere junge Frauen, die für ihre Meinung einstehen und etwas bewegen. Dazu gehören zum Beispiel Ska Keller oder Carola Rackete. Aber auch mein Mentor und Chef, Christian Scharf, ist eines meiner größten Vorbilder, und das gesamte Team „GoEurope!“. Ohne diese Menschen hätte ich niemals all diese Möglichkeiten gehabt, die mir nun offenstehen und von denen ich früher nie gewusst hätte.

Sie zeigen jungen Menschen, dass es mehr gibt als nur Schule und dass jeder Mensch das Recht darauf hat, etwas tolles zu erleben, ungeachtet des schulischen und elterlichen Hintergrundes. Jede Person hat tolle Fähigkeiten, die meistens gar nicht auf dem Zeugnis stehen.

Was läuft deiner Meinung nach in der Europäischen Union schief? Was muss sich verändern?

Es läuft unglaublich viel schief und es ist auch falsch immer zu sagen wie toll die Europäische Union ist und dass wir so stolz sein können.

Gerade in Zeiten in denen immer noch tausende Geflüchtete auf Moria festsetzen und kein einziges Boot auf dem Mittelmeer stationiert ist, um Geflüchtete vor dem Ertrinken zu retten, wo Staatschefs, aus beispielsweise Ungarn und Polen, sämtliche Regeln der Demokratie und Menschenrechte missachten und der Rest Europas zuschaut, da sollte man nicht stolz auf die EU sein. Es muss konsequenter gehandelt werden, die Bürokratie muss vereinfacht werden...

Man könnte ja vielleicht damit anfangen, Steuergelder nicht sinnlos zu verschwenden, indem man zwei Europäische Parlamente in Strasbourg und Brüssel besetzt. Die Länder müssen mehr aufeinander zugehen und noch mehr zusammenwachsen.

Die EU ist die beste Idee die wir je hatten, aber wir müssen noch sehr viel an ihr arbeiten.

Was möchtest du jungen Menschen mitgeben?

Lasst euch von erwachsenen Menschen nicht einreden was ihr könnt und was nicht. Vertraut auf euch selbst. Ihr seid die Zukunft. Eure Stimme ist genau so viel wert wie die von erwachsenen Menschen!

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