„Kinderrechte ins Grundgesetz zu integrieren, zeigt jungen Menschen: Wir wollen, dass ihr unsere Gesellschaft aktiv mitgestaltet."

Till Gaßmann aus Halle

@stubo_till, #generationgrenzenlos

Till Gassmann (24) aus Halle

Till unterstützt junge Menschen aus schwierigen Lebensverhältnissen dabei, ihren eigenen Weg zu finden und echte sowie imaginäre Grenzen zu überschreiten. Zudem setzt er sich aktiv für die Stärkung von Kinderrechten ein – damit junge Menschen ihre Zukunft selbst gestalten können.

Kinderrechte zu stärken und jungen Menschen aus schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen – dafür setzt sich Till ein. Er engagiert sich seit mehreren Jahren für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen und hat diverse Bildungsprojekte gegründet und organisiert. In seinem aktuellen Projekt, bei dem er mit dem Deutschen Komitee für UNICEF zusammenarbeitet, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Kinderrechte zu stärken – für ihn ein wichtiges Instrument für ihr Self-Empowerment. Denn er ist fest davon überzeugt, dass die Gestaltung ihrer eigenen Zukunft in den Händen von jungen Menschen liegen sollte.

Deshalb hat Till in Halle ein Unicef Juniorteam gegründet, das eigene interaktive Aktionen gestalten soll, um Aufmerksamkeit für das Thema zu generieren.  Dabei ist ihm das Fördern von Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein sehr wichtig: „Ich will vor allem, dass sich die Jugendlichen klar machen, wie sie ihre Rechte sichtbar machen können, z.B. durch die Organisation von Demonstrationen, Social Media Aktivitäten oder künstlerische Aktionen,“ sagt er.

Tills Antrieb ist dabei seine eigene Geschichte. Ihm selbst habe ein Mentor gefehlt, jemand, der sein Potential erkannt und gefördert hätte. Diese Möglichkeit möchte er nun anderen jungen Menschen aus ähnlichen Lebensrealitäten geben.

In der Rolle des Helfenden jungen Menschen Mut machen und ihre Stärken finden

Till musste in seinem Leben viele Grenzen überwinden und sich immer wieder neue eigene Wege bahnen. Er hatte mit Einsamkeit und mangelndem Rückhalt seitens seiner Familie zu kämpfen und wurde zudem in der Schule gemobbt und ausgegrenzt. Ursprünglich in Moers aufgewachsen, beschloss er für sein Studium der Politik und Erziehung nach Halle zu gehen. Er hat sich bewusst dafür entschieden, Westdeutschland zu verlassen, um tradierte Ressentiments aufzubrechen und Vorurteile gegenüber Ostdeutschen abzubauen - auch seine eigenen.

Mit der Tandempartnerschaft eines syrischen Jungen begann sich Till in der Flüchtlingshilfe zu engagieren und Geflüchteten bei der Integration zu unterstützen. Dabei hat er anfängliche Berührungsängste und Vorurteile erfolgreich überwunden. Sein prägendster Moment ist bis heute, dass sich aus dem Tandem tiefere Freundschaften entwickelt haben und er viele persönliche Geschichten aus der Flüchtlingszeit und aus der Kriegsphase in Syrien erfahren durfte.

Die Erfahrungen aus der Flüchtlingshilfe veränderte Tills Selbstwahrnehmung, er wurde selbstsicherer und entdeckte seine Berufung darin, anderen jungen Menschen zu helfen und sie zu empowern. Kurz darauf stieg er bei „Rock Your Life“ ein - ein Mentoringprogramm für sozial benachteiligte Schüler und Schülerinnen, um sie individuell im Alltag zu unterstützen. Außerdem gründete er sein eigenes Projekt „Politik lieben lernen“, gab diverse Workshops und organisierte Podiumsdiskussionen.

Die junge Generation stärken heißt auch, sich für eine bessere Gesellschaft einzusetzen

Tills vielfältiges Engagement hat dabei stets im Blick, dass ein gutes Miteinander starke Kinder braucht. Kinder und Jugendliche sollten mehr in den Fokus gerückt werden, denn, „wenn wir Kinder und Jugendliche nicht genug unterstützen, besteht die Gefahr, dass sich Parallelgesellschaften entwickeln und man mehr übereinander, statt miteinander redet,” sagt er. Dass in Zukunft Grenzen von Bildung und Herkunft keine Rolle mehr spielen und dass Kinder ihr Leben mitgestalten – das ist Tills Vision für eine bessere Gesellschaft.

Kurzinterview

Was inspiriert dich? Hast du Vorbilder?

Das ist eine schwierige Frage. Mich haben bis heute viele verschiedene Menschen inspiriert, nicht mal unbedingt immer weltbekannte Persönlichkeiten, manchmal auch einfach nur ein gute Freunde, die auf ihre ganz eigene Art und Weise einen unglaublich inspirieren…Am meisten oder vielleicht am wichtigsten war für mich aber gerade in meiner schwierigen Schulzeit mein Vorbild Eminem. Nicht unbedingt nur weil er meine Leidenschaft für Hip/Hop und Rap entfachte, sondern weil es in seiner Biografie Überschneidungen mit meinen persönlichen Erfahrungen gab, die ich nachfühlen konnte. So hat er auch ein schwieriges Verhältnis zu seiner Familie gehabt, die Schule lag ihm auch nicht so und auch generell sah es bei ihm in der Jugend durch die sozialen und gesellschaftlichen Probleme in den USA auch nicht nach einer blühenden Zukunft aus.

Das inspirierende an ihm und was mich auch immer noch heute prägt ist aber, dass er trotz aller Schwierigkeiten immer weiter an seinem Traum und sein Talent gearbeitet hat, eines Tages dank seinem Hobby und Talent sein Leben ausgestalten zu können – sicherlich war spätestens das Treffen mit Dr. Dre, seinem zukünftigen Mentor, ein weiterer wichtiger Faktor. Aber allein dieses Beispiel zeigte mir, wie unglaublich wichtig es für die eigene persönliche Entwicklung ist jemand zu haben, der an einen glaubt und einen unterstützt, sodass man wirklich die Möglichkeit und das Umfeld hat, sein Potential ausschöpfen zu können.

Wie sieht deine tägliche Arbeit aus? Welches Feedback bekommst du von jungen Menschen?

Seit Anfang des Jahres gründe ich ein UNICEF JuniorTeam hier in Halle. Corona hat dieses Jahr vieles verändert, das betrifft auch mein Engagement. Denn es erschwerte für mich mit Schulen und Jugendclubs in Kontakt treten zu können, um dort mein Projekt und meine Vision vorstellen zu können. Glücklicherweise lernte ich aber im Frühjahr zufällig Ammar kennen, einen Schüler, der aus Syrien geflohen ist und für das Thema Kinderrechte brennt, sodass wir bereits erste Aktionen seitdem gemeinsam starten konnten. Wir haben uns z.B. mit anderen Jugendprojekten und engagierten Jugendlichen getroffen, um gemeinsam zu überlegen, wie wir unsere Interessen besser in die Stadtgestaltung einbringen und uns gegenseitig unterstützen können.

In naher Zukunft planen wir dann in seiner Klasse eine Unterrichtsstunde zum Thema Kinderrechte durchzuführen und somit seine Mitschüler und Mitschülerinnen über dieses wichtige Thema aufzuklären. Gerade von Ammar habe ich sehr viel positives Feedback erfahren, denn er hat es leider selbst erlebt, dass Kinderrechte nicht eingehalten wurden und Kinder unter den Folgen von Krieg, Unterdrückung, Verfolgung und Diktatur leiden mussten und es daher umso wichtiger findet Jugendliche dazu begeistern für ihre Rechte einzustehen und sie auch einzufordern.

Was möchtest du jungen Menschen mitgeben?

Mut zu haben, an sich zu glauben, gemeinsam stark zu bleiben, neue Dinge auszuprobieren und vor allem in Hinblick auf unsere Gesellschaft auch die eigenen Rechte aktiv einzufordern, mitgestalten zu können, auch wenn manche sagen werden, dass man etwas nicht kann, nicht darf oder nicht weiß. Denn grundsätzlich sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, wenn mal etwas nicht sofort klappt oder man mal einen Fehler macht. Gerade durch Fehler oder einfaches ausprobieren habe ich in meinem Leben viel mehr gelernt als in den Fällen, in denen ich nur das gemacht bzw. mich getraut habe das zu machen, was andere Leute von mir denken oder sich wünschen. Erst so habe ich für mich entdeckt, dass ich doch viel mehr Talente und Leidenschaften habe, von denen ich zuvor nie etwas wusste.

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