„Wenn wir Jugendlichen die Aufmerksamkeit geben, die sie verdient haben, dann kann da nur was Gutes rauskommen.“

Matondo Castlo aus Berlin

@matondoberlin, #generationgrenzenlos

 

Matondo, 26 aus Berlin

Er ist Musiker, Schauspieler, Hip-Hop Dozent und Erzieher

Kindern und Jugendlichen eine Perspektive geben, den Raum sich selbst und ihre Talente zu entdecken – dafür schlägt Matondos Herz. Er verknüpft das mit seiner eigenen Leidenschaft für Hip-Hop und das Schauspiel und versucht so die Grenzen zwischen der Straße und Kunst zu überwinden.

Matondo wurde 1993 in Berlin-Neukölln geboren und lebte die ersten Jahre mit seiner Familie in einem Asylbewerberheim. Seine Eltern flohen zuvor mit seinen zwei älteren Brüdern aus dem Kongo, da sein Vater dort politisch verfolgt wurde. Später zog die Familie nach Tempelhof, wo sie noch bis heute lebt.  

Seine Eltern sind als studierte Pädagogen nach Deutschland gekommen, ihre Diplome wurden aber nicht anerkannt und so mussten sie sich - wie so viele andere auch - mit prekären Jobs durchschlagen.

Seine Eltern legten viel Wert darauf, dass ihre Kinder etwas aus sich machten. Dafür ist Matondo seinen Eltern bis heute sehr dankbar. Matondo geriet dennoch als Jugendlicher auf die schiefe Bahn.

Im Fußball-Internat wurde sein Zukunftsweg geebnet – aber nicht als Fußballer

In einem Fußball-Internat, weg von der Straße und fernab von seinem Kiez, hatte er viel Zeit mit sich allein und fing an, sich mit seinem Glauben auseinanderzusetzen und über seine Zukunft nachzudenken. Seine Gedanken verarbeitete er in Rap-Texten. Das Schreiben und Reimen war sein Weg, seinen Gefühlen einen Raum zu geben.

Im Fußball-Internat fiel der Leiterin auf, wie toll er mit den jüngeren Internatsschülerinnen umging. Sie ermutigte ihn dazu, eine Erzieherausbildung in Betracht zu ziehen.

Nach seiner Rückkehr in Berlin, begann er die Ausbildung zum Sozialassistenten und gab gleichzeitig Rap-Workshops für Jugendliche. Nach seiner zweiten Ausbildung zum Erzieher, wusste er nicht so recht, wie es mit ihm weitergehen sollte. Seine Tante, ermutigte ihn dazu, seinen Traum zu verfolgen und mit Jugendlichen zu arbeiten.

Ein Leben in zwei Welten

Seitdem bietet Matondo als freischaffender Hip-Hop Dozent, Künstler und Erzieher hauptberuflich Workshops für Jugendliche an und reist damit durch ganz Deutschland und die Welt. In seinen Rap- und Schauspiel-Workshops zeigt er Kindern und Jugendlichen neue Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten, neue Wege ihren Gefühlen, Zielen und Träumen eine Stimme zu geben – so wie er es selbst im Rap fand.

Mittlerweile hat er auch seine Liebe zum Theater entdeckt. Er hat für sich die Macht der Bühne erkannt und nutzt sie, um seine Heimat, seine Sozialisation und seine Sprache von Straße den Menschen nahezubringen. Mit seinem Engagement am Grips Theater in Berlin, (Ankommen ist WLAN) betritt er zugleich ein neues Terrain der Kultur. Er sagt selbst, dass er in zwei verschiedenen Welten lebt: Auf der Straße und in der Welt der Kunst.

 

Matondo, was treibt dich an bei deinem Engagement?

Mein Umfeld. Viele von uns haben noch Jahre hinter Gittern vor sich, einige sind gar nicht mehr am Leben und weitere sind so vom Leben gezeichnet, dass sie gezwungen sind kriminellen Aktivitäten nachzugehen. Darum möchte ich dazu beitragen unserer nächsten Generation Wege zu zeigen sich nicht über Erfolg auf der Straße, sondern sich über Aktivitäten wie z.B. der Kunst zu definieren.

Was machst du dabei genau?

Ich gebe Rap-Workshops und zeige dabei, wie diese tolle Musikrichtung als cooles Stilmittel gegen jeglichen Hass den es gibt, verwendet werden kann. Kinder und Jugendliche die gerne Musik machen wollen aber keine Möglichkeit dazu haben, können zu mir ins Tonstudio kommen und ihre Songs professionell aufnehmen. Was das kostet? Fleiß, Ehrgeiz und Spaß J

Was kannst du jungen Menschen mitgeben?

Die Straße führt dich ins Gefängnis, die Kunst in die Freiheit…
 

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